Du bist Elternteil, Großelternteil oder betreuende Person eines Kleinkinds. Wahrscheinlich machst du dir Gedanken darum, wie dein Kind sicher ein- und aus dem Bett kommt. Oder du überlegst, wann der Wechsel vom Gitter- zum Kinderbett sinnvoll ist. Vielleicht planst du auch ein Hochbett für später. Die Höhe der Matratze beeinflusst all das.
Oft geht es um einfache Alltagssituationen. Das Kind klettert nachts heraus. Beim Aufstehen kommt es ins Stolpern. Großeltern haben Rückenprobleme beim Heben. Dann tauchen Fragen zur Atmungsfähigkeit und zum Liegekomfort auf. Eine zu dicke Matratze kann die Absturzkante aufheben. Eine zu flache Matratze macht das Ein- und Aussteigen schwieriger. Hochbetten bringen ein anderes Risiko. Die richtige Matratzenhöhe wirkt direkt auf Sicherheit und Komfort.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Rolle die Matratzenhöhe spielt. Du lernst, wie du das Sturzrisiko reduzierst. Du bekommst Hinweise zur Atmungs- und Komfortbewertung. Und du siehst, wie du den Übergang vom Gitter- zum Kinderbett gestaltest. Am Ende kannst du eine fundierte Entscheidung treffen. Das Ziel ist praktisch. Mehr Sicherheit und besserer Schlaf für dein Kind. Mehr Ruhe für dich.
Matratzenhöhe im Vergleich: Alter, Bettart und Sicherheit
Diese Vergleichseinheit zeigt, wie die Matratzenhöhe je nach Alter und Betttyp variiert. Ziel ist, dir eine schnelle Orientierung zu geben. So kannst du die richtige Matratze für Sicherheit und Komfort auswählen. Die Tabelle listet empfohlene Höhen, typische Vor- und Nachteile und konkrete Sicherheitshinweise.
| Altersgruppe | Empf. Matratzenhöhe (cm) | Vor- und Nachteile | Sicherheitshinweis | Passende Bettarten |
|---|---|---|---|---|
| 0–6 Monate | 8–12 cm | Feste, flache Matratzen verbessern Atmungs- und Liegeeigenschaften. Zu dicke Matratzen können die Liegefläche verändern. | Matratze muss genau in den Rahmen passen. Kein Spielraum zwischen Matratze und Seiten. | Gitterbett, Beistellbett |
| 6–18 Monate | 8–12 cm | Gute Balance aus Komfort und Stabilität. Einfacher Wechsel der Liegehöhe am Bettrahmen möglich. | Basisposition des Lattenrosts frühzeitig absenken, wenn Baby mobil wird. | Gitterbett, niedrigeres Juniorbett |
| 18 Monate–3 Jahre | 9–12 cm | Ermöglicht sicheren Ein- und Ausstieg. Noch relativ robust gegen Klettern. | Achte auf seitliche Absturzsicherungen oder niedrige Rahmenhöhen. | Juniorbett, Übergangsbett |
| 3–5 Jahre | 10–15 cm | Mehr Komfort für längeres Schlafen. Dickere Matratzen unterstützen Wirbelsäulenentwicklung. | Bei dickerer Matratze prüfen, ob Randleisten noch ausreichend Schutz bieten. | Juniorbett, Bodenbett |
| 5 Jahre und älter | 10–15 cm für Hochbetten; bis 18 cm bei normalen Betten | Volle Liegekomfort möglich. Bei Hochbetten darf die Matratze nicht zu hoch sein. | Bei Hochbetten Herstellerangaben zur maximalen Matratzenhöhe beachten. Sicherungsleisten überprüfen. | Hochbett, Einzelbett, Etagenbett |
Kurz zusammengefasst: Die richtige Matratzenhöhe hängt vom Alter und der Bettform ab. Für Babys sind flache, feste Matratzen in 8 bis 12 cm die sichere Wahl. Für Kleinkinder sorgen 9 bis 12 cm für guten Einstieg und Schutz. Bei älteren Kindern und Hochbetten nutze nicht zu dicke Matratzen. Prüfe immer die Angaben des Bettherstellers. So erhöhst du die Sicherheit und passt Komfort und Entwicklungsschritte an.
Welche Matratzenhöhe passt zu welchem Nutzerprofil?
Hier erfährst du, welche Matratzenhöhe für verschiedene Zielgruppen besonders sinnvoll ist. Die Empfehlungen berücksichtigen Sicherheit, die Möglichkeit zum selbstständigen Ein- und Aussteigen und die Anforderungen der Aufsichtspflicht. Die Hinweise sind praktisch umsetzbar.
Neugeborene
Für Neugeborene eignen sich flache, feste Matratzen. Eine Höhe von etwa 8–12 cm ist üblich. Gründe sind klar. Eine feste Matratze reduziert Einsinken. Das hilft Atmung und Rückenlage. Die Matratze muss exakt in den Bettkasten passen. Kein Spielraum zwischen Matratze und Gitter. Praktische Hinweise: Prüfe regelmäßig den Sitz der Matratze. Verwende keine zusätzlichen Kissen oder Nestchen.
Kleinkinder (1–3 Jahre)
Kleinkinder profitieren von etwas mehr Polsterung bei gleichzeitig niedrigem Einstieg. Eine Höhe von etwa 9–12 cm ist meist passend. Vorteil: guter Kompromiss zwischen Komfort und Schutz. Der Lattenrost sollte abgesenkt werden, sobald das Kind mobiler wird. Praktisch kannst du seitliche Begrenzungen anbringen oder kleine Absturzleisten nutzen. Achte darauf, dass die Matratze nicht die Schutzkante überdeckt.
Vorschulkinder
Für Vorschulkinder sind Matratzen mit 10 bis 15 cm Komfort sinnvoll. Sie bieten mehr Liegekomfort bei weiterhin sicherem Ein- und Ausstieg. Bei Hochbetten ist Vorsicht geboten. Die Matratze darf die vom Hersteller vorgegebene Maximalhöhe nicht überschreiten. Praktischer Tipp: Messe die Höhe von Lattenrost bis oberen Bettrand. Vergleiche sie mit der Matratzenhöhe.
Kinder mit motorischen Einschränkungen
Hier steht Barrierefreiheit und sichere Hilfestellung im Vordergrund. Sehr niedrige Betten oder Bodenbetten sind oft die beste Wahl. So sinkt das Sturzrisiko. Eine dünnere, aber stabile Matratze erleichtert Transfer vom Rollstuhl oder von anderer Mobilitätshilfe. Praktische Hinweise: Nutze rutschfeste Unterlagen. Plane ausreichenden Platz neben dem Bett für Begleitpersonen.
Eltern mit begrenztem Platz oder Budget
Bei wenig Platz sind flache Matratzen hilfreich. Sie sparen Stauraum und passen besser unter Etagen- oder Hochbetten. Bei begrenztem Budget sind einfache Schaum- oder Kaltschaummatratzen mit ausreichender Festigkeit sinnvoll. Achte auf geprüfte Festigkeitsangaben. Praktische Tipps: Eine hochwertige Matratzenauflage kann Komfort steigern ohne große Investition. Prüfe Rückgabe- und Testfristen beim Händler.
Zusammengefasst: Wähle die Matratzenhöhe nach Alter, Mobilität und Betttyp. Priorisiere Sicherheit und eine passgenaue Einlage im Bett. Kleine Anpassungen wie Absenken des Lattenrosts oder Randleisten erhöhen den Schutz im Alltag deutlich.
Entscheidungshilfe: Welche Matratzenhöhe ist die richtige?
Diese kurze Anleitung hilft dir, die Matratzenhöhe praktisch einzuschätzen. Drei klare Leitfragen führen dich zur passenden Wahl. Zu jeder Frage gibt es konkrete Empfehlungen und Alltagstipps.
Wie alt und mobil ist das Kind?
Bei Neugeborenen und Babys ist eine feste, flache Matratze wichtig. Typische Höhe: 8 bis 12 cm. Das reduziert Einsinken und unterstützt die Rückenlage. Wenn das Kind krabbelt oder steht, sollte der Lattenrost abgesenkt werden. Bei Kleinkindern sind 9 bis 12 cm ein guter Kompromiss zwischen Komfort und sicherem Einstieg. Bei Vorschulkindern reichen 10 bis 15 cm.
Welche Art von Bett nutzt du?
Bei Gitterbetten muss die Matratze genau passen. Kein Spalt an den Seiten. Bei Hochbetten und Etagenbetten prüfe die maximale Matratzenhöhe des Herstellers. Zu dicke Matratzen reduzieren die Schutzwirkung der Reling. Bei Bodenbetten kannst du flachere Matratzen wählen, wenn Sturzrisiko gering ist.
Welches Sicherheitsniveau brauchst du im Alltag?
Wenn Aufsicht eingeschränkt ist oder mehrere kleine Kinder im Haus sind, wähle eher niedrigere Matratzen und zusätzliche Randleisten. Für Kinder mit eingeschränkter Mobilität sind niedrige Betten oder Bodenbetten sinnvoll. Für Eltern mit Rückenproblemen ist eine bequemere, etwas dickere Matratze praktisch. Achte in jedem Fall auf feste Federung und rutschsichere Unterlage.
Unsicherheiten: Beim Wechsel vom Gitter- zum Juniorbett probiere vorab eine Probephase. Miss die Höhe vom Lattenrost bis Oberkante Reling. Bei mehreren Kindern sorge für klar unterschiedliche Betthöhen, wenn die Fähigkeiten stark variieren.
Fazit: Richte die Matratzenhöhe nach Alter, Bettart und Alltagssicherheit aus. Wenn du unsicher bist, entscheide dich eher für eine niedrigere Matratze und passe den Lattenrost an. So minimierst du Sturzrisiken und behältst Flexibilität.
Häufige Fragen zur Matratzenhöhe in Kinderbetten
Welche Matratzenhöhe empfiehlt sich für welches Alter?
Für Neugeborene und Babys sind meist 8 bis 12 cm passend. Die Matratze sollte fest und passgenau sein. Für Kleinkinder sind 9 bis 12 cm ein guter Kompromiss aus Einstieg und Komfort. Vorschulkinder profitieren oft von 10 bis 15 cm, je nach Bettart.
Worauf muss ich bei Hochbetten besonders achten?
Bei Hochbetten darf die Matratze nicht so hoch sein, dass die Schutzrelings wirkungslos werden. Prüfe immer die maximale Matratzenhöhe des Herstellers. Achte auf stabile Randleisten und eine sichere Befestigung. Sorge außerdem für ausreichend Abstand zur Decke und frei zugängliche Leitern.
Wie gestalte ich den Wechsel vom Gitterbett zum Kinderbett sicher?
Beginne mit einer niedrigeren Matratzenhöhe, damit das Kind sicher ein- und aussteigen kann. Entferne keine Schutzkanten zu früh. Beobachte, wie sicher das Kind steigt und ob es nachts rausgeht. Passe die Randleisten oder eine kleine Absturzbegrenzung an, falls nötig.
Was ist wichtiger: Matratzenstärke oder Lattenrosthöhe?
Beide Faktoren sind wichtig und arbeiten zusammen. Die Matratzenstärke bestimmt die Gesamthöhe. Die Lattenrosthöhe beeinflusst den Einstieg und die Schutzwirkung der Randleisten. Miss beides zusammen, bevor du eine Matratze kaufst.
Welche praktischen Tipps helfen bei der Auswahl?
Miss den Innenraum des Bettrahmens und die Höhe bis zur Reling. Achte auf festen Sitz ohne Spalt zwischen Matratze und Rahmen. Nutze bei Bedarf eine rutschsichere Unterlage und probiere Matratzen in Ruhe beim Händler oder zu Hause mit Rückgabemöglichkeit. Priorisiere Sicherheit bei jüngeren Kindern und Komfort bei älteren Kindern.
Kauf-Checkliste: Worauf du vor dem Matratzenkauf achten solltest
- Maße und Passform prüfen: Miss den Innenraum des Bettgestells und die Höhe des Lattenrosts. Achte darauf, dass zwischen Matratze und Rahmen kaum Spiel bleibt, ideal sind Spalte von maximal 2 cm, damit keine Einklemmgefahr besteht.
- Sicherheitsmerkmale und Festigkeit beachten: Für Babys ist eine feste Matratze wichtig, da sie das Einsinken begrenzt und die Atmung schützt. Vermeide weiche Auflagen und Kissen in den ersten Monaten.
- Matratzenhöhe und Relingkompatibilität kontrollieren: Messe die Distanz vom Lattenrost bis zur Oberkante der Seitenbegrenzung und addiere die Matratzendicke. Bei Hochbetten immer die maximale Matratzenhöhe des Herstellers beachten, damit die Schutzrelings wirksam bleiben.
- Material und Atmungsaktivität wählen: Setze auf atmungsaktive Materialien mit offenporiger Struktur oder natürlichen Fasern, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Gute Belüftung reduziert das Schwitzen und die Keimbildung.
- Härtegrad nach Gewicht und Alter auswählen: Babys brauchen harte, stützende Matratzen. Ältere Kinder profitieren von mittelfestem Liegekomfort, der die Wirbelsäule stützt und Druck verteilt.
- Bezug und Waschbarkeit prüfen: Ein abnehmbarer, waschbarer Bezug erhöht die Hygiene und verlängert die Nutzungsdauer. Achte auf einfache Pflegehinweise und möglichst hohe Waschtemperaturen laut Herstellerangaben.
- Zertifizierungen und Schadstoffprüfungen nachsehen: Achte auf Prüfsiegel wie Oeko-Tex Standard 100 oder CertiPUR bei Schaumstoffen, um Schadstofffreiheit und Materialqualität zu bestätigen. Solche Labels geben zusätzliche Sicherheit bei der Auswahl.
- Probezeit, Rückgabemöglichkeit und Zubehör bedenken: Kaufe wenn möglich mit Testzeitraum oder Rückgaberecht und nutze rutschfeste Unterlagen. Plane gegebenenfalls Absturzleisten oder einen niedrigeren Lattenrost ein, um die Sicherheit zu erhöhen.
Wichtige Warnhinweise zur Matratzenhöhe
Die Matratzenhöhe wirkt direkt auf die Sicherheit im Kinderbett. Kleine Fehler führen zu Risiken wie Sturz, Einklemmen oder Verrutschen. Achte deshalb bewusst auf Maße und Montage. Die folgenden Hinweise helfen dir, Gefahren zu reduzieren.
Sturzgefahr
Zu hohe Matratzen reduzieren die Schutzwirkung der Reling. Besonders bei Hochbetten ist das kritisch. Wichtig: Überschreite niemals die vom Hersteller angegebene Maximalhöhe. Prüfe regelmäßig, ob die Reling noch ausreichend über der Matratze liegt.
Einklemmen
Spalte zwischen Matratze und Rahmen sind gefährlich. Kinder können Hand oder Fuß einklemmen. Achte auf passgenaue Matratzen. Ein Spielraum von mehr als 2 cm ist nicht akzeptabel. Bei festen Ritzen nachbessern oder die Matratze ersetzen.
Verrutschen der Matratze
Eine rutschende Matratze schafft neue Gefahren. Sie kann unter die Reling rutschen oder seitlich abrutschen. Verwende eine rutschsichere Unterlage. Kontrolliere die Befestigung nach dem Waschen des Bezugs.
Unzureichende Leitplankenhöhe
Wenn die Matratze zu hoch ist, wirken Leitplanken nicht mehr. Kinder können darüber klettern oder im Schlaf herausfallen. Miss die Höhe vom Lattenrost bis zur Oberkante der Reling. Richte dich nach den Sicherheitsangaben des Bettherstellers.
Präventive Maßnahmen
Wähle eine feste Matratze für Babys. Miss vor dem Kauf Lattenrosthöhe und Innenmaße. Nutze geprüfte Produkte mit Siegeln wie Oeko-Tex Standard 100. Kontrolliere Matratze und Rahmen regelmäßig. Bei Unsicherheit entscheide dich für niedrigere Matratzen und zusätzliche Randleisten.
Warnhinweis: Verwende keine Kissen, Nester oder extra Polster im Babybett in den ersten Monaten. Diese erhöhen das Erstickungs- und Einsinkrisiko. Priorisiere Passform und Stabilität vor Komfortauflagen.
Gesetzliche Regeln und Normen rund um Matratzenhöhe
Relevante Normen und Gesetze
Für Kinderbetten und Gitterbetten existieren europäische Normen, die Sicherheitsanforderungen festlegen. Wichtige Standards sind unter anderem die Normen für Kinderbetten wie EN 716 und für Etagen- beziehungsweise Hochbetten EN 747. In Deutschland gilt zusätzlich das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG), das vorschreibt, dass Produkte sicher sein müssen und Hersteller Gebrauchsanweisungen liefern.
Was die Normen praktisch verlangen
Die Normen betreffen Passform der Matratze, Abstand zwischen Matratze und Bettrahmen sowie die Höhe von Absturzsicherungen. Hersteller geben oft eine maximale Matratzenhöhe oder -stärke an, die nicht überschritten werden darf. Diese Vorgaben dienen dazu, dass Leitplanken und Seitenteile ihre Schutzfunktion behalten und keine Einklemmpunkte entstehen.
Praxisnahe Prüf- und Kaufpunkte
Prüfe beim Kauf die Herstellerangaben zur maximalen Matratzenhöhe. Miss die Innenmaße deines Bettgestells und den Abstand vom Lattenrost zur Oberkante der Reling. Achte auf Kennzeichnungen oder Hinweise zur Normkonformität in der Produktbeschreibung oder Bedienungsanleitung.
Konkrete Beispiele für den Alltag
Lege vor dem ersten Gebrauch die Matratze in das Bett und miss die Schlitze und Spalte. Ein Spalt von mehr als 2 cm ist ein Sicherheitsrisiko und sollte vermieden werden. Bei Hochbetten verwende keine zusätzlichen Topper, wenn dadurch die maximale Matratzenhöhe überschritten wird. Bewahre lose Materialien wie Kissen oder lose Ränder nicht im Babybett auf.
Zusammenfassung und Handlungsempfehlung
Normen wie EN 716 und EN 747 geben den Rahmen für sichere Matratzenhöhe vor. Folge den Herstellerangaben zur maximalen Matratzenstärke und prüfe Passform und Abstand vor dem Gebrauch. Bei Unsicherheit dokumentiere Maße und frage beim Händler oder Hersteller nach. So stellst du sicher, dass Matratze und Bett zusammen sicher funktionieren.
